SCHWEIZER MEISTER 2026

Einige von ihnen tragen noch das Herz eines Kindes, wenn sie tanzen. Andere haben bereits viele Jahre Erfahrung in ihren Schritten gesammelt. Und es gibt auch jene, die erst vor Kurzem ihre ersten, vorsichtigen Schritte im Kolo gewagt haben.

Viele von ihnen kennen das warme Licht der Bühne und den Klang des Applauses. Doch nur wenige erhalten die Ehre, an der Meisterschaft zu tanzen. Dort, wo man nicht mehr nur aus Freude tanzt, sondern auch für Ehre, für Stolz und für den Sieg.

Doch wenn man Schulter an Schulter neben jemandem steht, der schon alles erlebt hat, dessen Schritte sicher sind und dessen Blick Ruhe ausstrahlt, dann beginnt die Angst langsam zu verschwinden. Dann merkt man plötzlich es ist möglich auch das, was gestern noch so fern schien.

Zwischen Arbeit, Studium, Müdigkeit und all den Verpflichtungen, die das Leben fern der Heimat mit sich bringt, haben sie Zeit gefunden, Zeit für das Singen und für das Tanzen.

Und nicht für irgendein Lied, nicht für irgendeinen Tanz. Folklore ist mehr als Schritte und Melodien. Es ist Nostalgie, es ist die Liebe zur Herkunft.
Es ist dieses leise Ziehen im Herzen das nach Heimat ruft auch wenn man weit fern ist.

Etwas das man kaum in Worte fassen kann. Als würde in jedem von uns etwas Altes, Starkes weiterleben.
Dieses etwas, dass uns unsere Vorfahren im Blut hinterlassen haben. Es schläft still in uns und wartet auf den einen Moment aufzuwachen. Und wenn dieser Moment kommt, geschehen Wunder. Dann betritt man die Bühne und plötzlich ist dieses Gefühl da.
Man fühlt es einfach. Die Tracht sitzt perfekt, die Zöpfe sind geflochten, das Make-up ist sorgfältig aufgetragen und alles wirkt vollkommen. Doch am meisten strahlt weder die Tracht, noch das Bühnenlicht, noch die Opanci (Tanzschuhe). Am meisten strahlt das Lächeln, dieses bekannte Folklore-Lächeln. Ein Lächeln das einfach alles sagt. In diesem Lächeln liegen Stolz, Freude und diese reine, ehrliche Liebe zum Tanz und zur eigenen Herkunft. Und irgendwo im Publikum sitzt jemand Älteres, jemand der einst selbst genau auf dieser Bühne stand. Jemand der dieselben Opanci getragen hat und mit demselben Feuer im Herzen getanzt hat. Schaut ihnen zu und erkennt dieses Lächeln und erkennt diesen Funken in ihren Augen. Und tief in sich hinein denkt er leise: „sie gewinnen ganz sicher.“

Dann kommt dieser Moment in dem die Musik verstummt, die Schritte stehen still und der Saal hält den Atem an. Alle warten auf die Jury die einen einfachen Satz ausspricht auf den alle gehofft haben. „Der erste Platz geht an … SKUD Vuk Stefanović Karadžić aus Schönenwerd.“ Und plötzlich bebt der ganze Saal, die Herzen zittern, Tränen fliessen, diese ehrlichen unaufhaltbaren Freudentränen.
Umarmungen, lautes ungläubiges Lachen und Stolz. Alles in einem einzigen Augenblick. Und irgendwo im Publikum schaut jemand kurz zu seinem Freund, nickt langsam mit dem Kopf und sagt: „Ich wusste es … ich wusste, dass es so sein wird.“

Denn manchmal ist ein Sieg nicht nur ein Ergebnis, manchmal beginnt der Sieg lange bevor man überhaupt die Bühne betritt. In jeder Probe, in jedem müden Schritt, in jedem tropfen Schweiss, in jedem Opfer und in dieser aufrichtigen Liebe zum Ganzen. Und ja, in diesem berühmten Lächeln das viel mehr aussagt.

Darum ist diese Geschichte nicht nur eine Geschichte über einen ersten Platz. Es ist eine Geschichte über ein Herz das tanzt und über eine Tradition die in ihm lebt. Über junge Menschen die gezeigt haben, dass Folklore mehr ist als Schritt und Gesang. Dieses Gefühl in der Seele, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, selbst fern von der Heimat, in einem anderen Bauern-Land, weit weg vom hügeligen Balkan.
Und deshalb können sie am Ende voller Stolz sagen:

ČIČA JE NAŠ! (Der Alte gehört uns)

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